Update …
… ist das, was der neue Verteidigungsminister im Moment durchführt!
Drei Monate nach dem Angriff der Bundeswehr auf zwei entführte Tanklastzüge in Afghanistan wird im Verteidigungsministerium endlich aufgeräumt. Nachdem bereits einige hochrangige Mitarbeiter der Bundeswehr ihren Hut nehmen mussten, hat es nun auch den Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung erwischt. Seine falsche Informationspolitik und die Täuschung der Öffentlichkeit in seinem alten Amt hat ihn jetzt sein neues gekostet.
In der Vergangenheit bestand die Strategie der führenden Politiker ja weitgehend darin, jegliche Vorwürfe zu dementieren und Probleme auszusitzen. Das haben wir selbst als Reaktion auf unser erstes Buch „Endstation Kabul“ erfahren, was ihr auch auf dieser Homepage nachlesen könnt. Die ehemaligen Verantwortlichen (Staatssekretär Dr. Wichert, Generalinspekteur der Bundeswehr Schneiderhahn und der Ex-Verteidigungsminister Jung) begegneten der in unserem Buch geäußerten Kritik an den Zuständen des Bundeswehreinsatzes damals auf eben diese Weise. Da wurden wir diskreditiert, indem man uns mangelnden Durchblick und unzulässige Generalisierung vorwarf. Den Soldatinnen und Soldaten versuchte man sogar von der Lektüre unseres Buches durch eine Art Lesewarnung abzuhalten. Das beweist ein uns vorliegendes Telex, das in alle Bundeswehrstandorte Deutschlands gesendet wurde. Die auch von anderer Seite bestätigten Mängel wurden also mit allen Mitteln geleugnet und bagatellisiert. Verbessern konnte sich die Lage dadurch natürlich nicht. (Siehe hierzu den Homepageeintrag Januar 2008, Antwort auf das Verteidigungsministerium oder Februar 2008 Leseverbot in Kasernen). Bis in jüngster Zeit wurden die wahren Umstände der jeweiligen Einsatzszenarien in Afghanistan meist vertuscht.
Wie schon nach Erscheinen des ersten Buches müssen wir auch nach unserem zweiten Buch „Operation Kundus“ mit schweren Anfeindungen zurechtkommen. Dabei haben wir damals wie heute nichts anderes gemacht, als die Wahrheit zu berichten, zu erzählen, was in Afghanistan wirklich passiert. Und mittlerweile bestätigen unzählige Artikel und Beiträge von Journalisten und Experten in den Medien ja sogar unsere Sicht der Dinge. Dennoch sind die Reaktionen diesmal noch heftiger. Das mag daran liegen, dass wir Anfang 2008, als das erste Buch veröffentlicht wurde, noch weitgehend unbekannt waren. Heute werden wir dagegen von Politik und Öffentlichkeit als, auch unangenehmes, jedoch realistisches Sprachrohr der Soldatinnen und Soldaten wahrgenommen und anerkannt. Nahezu alle unsere Prognosen sind eingetreten, alle Aussagen zur Truppenstärke, Sorgen und Nöte der Soldatinnen und Soldaten, aber auch deren Angehörigen, die wir schon vor Jahren ansprachen, haben sich bewahrheitet. Von den Betroffenen erhalten wir nahezu einhundertprozentigen Zuspruch. Immer noch erreichen uns täglich aufmunternde und dankbare Leserbriefe.
Die ersten Amtshandlungen des neuen Verteidigungsministers zu Guttenberg weisen glücklicherweise in eine neue Richtung. Die ihm zugetragenen Missstände scheint er gnadenlos beseitigen zu wollen, und dennoch sind wir gespannt, wie er und seine politische Führung die nahe Zukunft bewältigen werden. Ich wünsche ihm das beste Soldatenglück für all seine Entscheidungen. Möge er anders als seine politischen Konkurrenten, sich und seiner Linie treu bleiben.
Allzeit Glück ab!
Achim
Der Beitrag wurde am Montag, den 7. Dezember 2009 um 09:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter Blog abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.
2 Reaktionen zu “Update …”
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Von: Andreas
Tjaa, warten wir es mal ab, wie lange Herr zu Guttenberg gelassen wird. Denn Veränderungen und Modernisierung der Bundeswehr sind ja politisch gar nicht gewollt. Man will ja nur “ein bisschen mitspielen”
Das unliebsame Kind Bundeswehr wird vernachlässigt, soweit es möglich ist dabei nicht aufzufallen.
Es werden sich sowohl die Schmierfinken der Presse, als auch die Linken und Linkslastigen “Experten” zu Nutze machen, was grade mal wieder von der Presse herausposaunt wird. Ich wette, dass Guttenberg nicht lange im Amt bleiben wird und wieder irgend so ein politischer Tiefflieger ins Amt buchsiert wird, weil das gewollt ist.
Ich habe es ja selber erlebt, dass man uns am langen Arm der Bürokraten und Profilneurotiker verhungern ließ. Mit Vorgesetzten, die Angst um ihre Karriere hatten, anstatt mal den Ar… in der Hose zu haben mal eben keine Schönwettermeldungen nach oben weiter zu geben war auch nichts zu ändern.
Aber das ist so in Deutschland, deshalb habe ich mich auch innerlich aus diesem Staat ausgeklinkt. -
Von: Ralf Stumpf
Was soll das, zu Guttenberg jetzt die ganze Verantwortung zu schieben! Ich will gar nicht wissen, was Fr.Merkel noch alles Verheimlicht-was diesen Einsatz angeht!Wir müssen unseren Jungs dort unten die Entscheidungen überlassen. 1000de Kilometer entfernt kann man leicht entscheiden, was richtig oder falsch ist, wenn einem nicht die Kugeln um die Ohren fliegen!”Ich stehen 100% hinter der Bundeswehr”!Das sollten unsere Politiker auch tun!Es ist schade, dass wenn man von einem Kampfeinstatz nach Hause kommt und einem nur Missgunst entgegen schlägt! Armes Deutschland