Weiter so …

Endlich klare Worte!

Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat bereits in den ersten zwei Wochen seiner Amtzeit geschafft, was seine Vorgänger seit Jahren nicht zu Wege gebracht haben. In der Beurteilung der aktuellen Zustände im umkämpften Afghanistan redet er Klartext, und er bemüht sich um eine neue Form der Politik. 

Dabei ist es besonders wichtig, dass er als erster führender Politiker bestätigt, was so viele der in Afghanistan kämpfenden Soldaten immer wieder betont haben: In Afghanistan ist KRIEG! Er spricht den Soldaten damit aus der Seele. Außerdem prangert er die veralteten Vorschriften und Vorgehensweisen der Bundeswehr an und hat sich vorgenommen, die skandalösen bürokratischen Strukturen abzubauen. Das lässt hoffen. 

Um Afghanistan nachhaltig wieder aufzubauen, bedarf es einer kompetenten afghanischen Regierung. Guttenberg hat den weiteren Einsatz der Bundeswehr darum an Bedingungen geknüpft und Hamid Karsai aufgefordert, konsequent gegen die weitverbreitete Korruption im Lande vorzugehen. Das Gespräch mit dem afghanischen, nur durch Wahlbetrug ins Amt gelangten Präsidenten, dürfte ihm mit Sicherheit nicht leicht gefallen sein. Aber er hat seine Forderungen klar und deutlich formuliert. Genauso wie die Regierungschefs und Militärs anderer Nationen will er Ergebnisse sehen. Erst dann wird er über das weitere Vorgehen in Afghanistan entscheiden. Mit dieser Geradlinigkeit hat er sich bei den deutschen Einsatzkräften große Sympathien erworben. Er spricht und handelt, wie die Soldaten es sich erhoffen. 

Auch bei seinem Besuch in den verschiedenen Standorten der Bundeswehr in Afghanistan hat er den richtigen Ton getroffen. Er zollte unseren Soldaten Respekt und Anerkennung, nahm ihre Sorgen ernst und fand deutliche Worte zur Lage, mit denen sich jeder Soldat vor Ort identifizieren konnte. Dafür bekommt er schon jetzt, in seiner noch sehr kurzen Amtszeit, den Respekt der ganzen Truppe – das entnimmt man den vielen Nachrichten, die aktive Soldaten aus Afghanistan geschickt haben. Die Tatsache, dass er im Januar 2010 eine Infanteriekompanie nach Kundus verlegen wird, spricht weiterhin für seine Fachkompetenz. Wir beklagen schon seit Jahren, dass es zu viele „Häuptlinge“ und zu wenige „Indianer“ gibt. Die Verlegung dieser Infanteriekompanie ist der erste Schritt in die richtige Richtung. 

Wir hoffen nur, dass diese Infanterieeinheit eine bessere Vorausbildung besitzt als die Soldaten, die in den letzten Wochen immer wieder in meinem Büro erschienen sind. Die Jungs kamen, um sich hilfreiche Tipps  für ihre Vorbereitung auf den Auslandseinsatz zu holen. Dabei musste ich leider feststellen, dass einige Anwärter erneut „Opfer“ einer sehr schlechten und unrealistischen Darstellung der Situation und Bedingungen in Afghanistan geworden waren. Ich schaute darum nicht selten in ungläubige und entsetzte Augenpaare, wenn ich von meiner Zeit am Hindukusch erzählte.

Gerade diesen Kameraden wünsche ich für ihre Kontingentzeit das größte und beste Soldatenglück, und kommt heile an Körper und Geist zurück.

Dem Verteidigungsminister wünsche ich weiterhin Fingerspitzengefühl und Soldatenglück. 

Mit kameradschaftlichen Grüßen an alle, passt auf Euch auf. Allzeit Glück ab.

 Achim

Blog

Der Beitrag wurde am Montag, den 16. November 2009 um 17:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter Blog abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

4 Reaktionen zu “Weiter so …”

  1. Von: mel

    17.11.09 - 07:58 Uhr

    da waere der anfang,die basis getan..
    eine sehr erfreuliche nachricht!
    herr guttenberg bitte weiter so!

  2. Von: behne

    24.11.09 - 08:45 Uhr

    ein ordentlicher anfang, in der tat.
    dass aber auch andere armeen probleme bei der entsendung von truppen haben, ist heute (24.11.09) in der berliner zeitung nachzulesen. hier betrifft es die britische armee und ihren irak-einsatz, der nach den bisherigen untersuchungen sehr dilettantisch angelaufeh sein soll. hier wird/wurde seitens der regierung eine ähnliche vertuschungspraxis gefahren, wie bei achim geschildert.

  3. Von: Dr. Andreas Heinze

    06.12.09 - 17:56 Uhr

    Minister Guttenberg trifft zwar den richtigen Ton, aber aber ist im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht schwer. Ob er politische Nachhaltigkeit zeigt muss aber noch bewiesen werden.

  4. Von: Frank

    11.12.09 - 02:02 Uhr

    Ihre Meinung zum neuen Verteidigungsminister kann ich weder verstehen und schon garnicht teilen. Zu Guttenberg ist fachlich nicht im Ansatz als Verteidigungsminister geeignet. Natürlich wird wohl auf absehbare Zeit kein Verteidigungsminister das Niveau und die Qualifikation von Manfred Wörner erreichen. Das er scheinbar hart durchgreift und das Wort “Krieg” in den Mund nimmt, qualifiziert ihn jedenfalls nicht. Im Gegenteil: Die Entlassung General Schneiderhahns und die unglaubwürdige Behauptung der General hätte ihm Berichte vorenthalten zeigen, daß zu Guttenberg ein Aufschneider ist. General Schneiderhahn kann sich nicht einmal gegen die öffentliche Verleumdung durch seinen politischen Vorgesetzten wehren. Er ist, daß sollten Sie als ehemaliger Zeitsoldat wissen, an die Geheimhaltung gebunden. Er bräuchte erst eine Erlaubnis von eben diesem Vorgesetzten, um sich zu äußern.

    Zum Afghanistan-Einsatz selbst: Ich bin der Meinung wir sollten da so schnell wie möglich weg. Die NATO hat die Pest vertrieben um der Cholera an die Macht zu helfen. Seit die NATO in Afghanistan ist, ist die Mohnproduktion explodiert. Eine Rekordernte jagt die nächste. Was hatten uns die Taliban getan? Nichts! Die Zerstörung der Budda-Statuen ist ziemlich egal. Die Kirche hat auch bei uns zahlreiche heidnische Kunstwerke unwiederbringlich zerstört und die Kommunisten bei uns in der DDR ebenso. Die Anwendung der Sharia kann uns egal sein, weil auch das gegenwärtige afghanische Recht die Sharia anwendet und Saudi Arabien (ein Land dem wir Rüstungsgüter liefern) wendet ausschließlich eine besonders strenge Auslegung der Sharia an.
    Nun könnte man sagen : aber der 11.09.2001!!!
    Nein!!! Das kann man zwar sagen, stimmt aber nicht. Lediglich die Weigerung der Taliban, Osama Bin Laden festzunehmen und auszuliefern, führte zum Angriff durch die NATO! Allerdings wurden die Anschläge von 9/11 nicht von den Taliban unterstützt. Es waren auch keine Taliban an den Anschlägen beteiligt. Die Anschläge von 9/11 wurden logistisch in Hamburg in der Marienstraße geplant und von dort auch geleitet. Die taktische Ausbildung fand dann sogar an amerikanischen Flugschulen statt. Die Amerikaner brauchten angesichts des Ausmaßes der Anschläge jemanden zum draufhauen. Afghanistan war da gerade recht und billig. Übrigens waren die Vorgänger der Taliban, die Kommunisten nicht besser sondern viel schlimmer. Die haben ihr eigenes Volk gleich zu Tausenden massakriert.
    Viele meiner Kollegen sind Afghanen. Viele von ihnen haben einen akademischen Abschluß. Keiner will zurück!!! Wenn aber die geistige Elite des Landes auf der Welt verstreut lebt, wie soll Afghanistan jemals wieder zu Frieden zurück finden?
    Die Feststellung des Bündnisfalles durch die NATO 2001 war eine rein politische Entscheidung. Militärisch sind die USA nicht angegriffen worden. Außerdem hätte man dann auch Somalia, Sudan, Jemen ect. angreifen und besetzen müssen.
    Die Forderung der NATO an die Taliban, Bin Laden festzunehmen und auszuliefern ist direkt vergleichbar mit dem Ultimatum Österreichs am Serbien 1914. Es war garnicht erfüllbar, selbst wenn es die Taliban gewollt hätten. Auch die Amerikaner konnten Bin Laden bis heute nicht gefangen nehmen.

    Ihre Verteidigung des Bombenangriffs ist unglaubwürdig. Übrigens müßte sich Oberst Klein wenn wir tatsächlich im Krieg wären, wegen eines Kriegsverbrechens verantworten. Das ist der Unterschied zwischen Luftwaffe und Infanterie. Zwischen Gefechtsstand und direktem Feindkontakt. Ein Mensch,und auch als Soldat im Einsatz ist immer noch ein Mensch, schießt nicht auf Kinder. Auch nicht auf sonstige Zivilisten. Die Aufgabe der BW ist es doch genau diese Menschen zu schützen.

    Ich möchte meinen Standpunkt erläutern; am Beispiel von Nord-Irland. Mein Cousin war 8 Jahre Zeitsoldat bei den Royal Marines. Die Hälfte der Zeit war er in Belfast. Er sagt mir immer es war wie Krieg, aber es war keiner. Der Bomben- und Anschlagsterror der religiösen und nationalistischen Extremisten wurde sicherlich von vielen als Krieg empfunden. Stellen Sie sich jetzt einmal vor, die IRA hätte 2 Tanklastzüge mit bestem Irish Whiskey geklaut. Eignen sich prima als fahrende Bomben. Nun bleiben diese beiden Lkw liegen. Inzwischen ist ein britischer Tornado im Anflug. Der Pilot erkennt, daß sich inzwischen viele Menschen um die Lkw versammelt haben. Der kommandierende Offizier gibt dennoch den Befehl zwei Bomben abzuwerfen. 142 tote Iren sind das Ergebnis. Wer Terrorist und wer Zivilist war, läßt sich bei den meisten zerfetzten Leichen nicht sagen.

    Vielleicht verstehen Sie jetzt, daß der Bombenabwurf nicht nur “militärisch unangemessen” sondern ein Verbrechen war. Die Art und die Wortwahl mit der der Bombenabwurf von vielen verteidigt wird, läßt mich erschauern. Wir sollten doch aus den Verbrechen im 2. Weltkrieg gelernt haben.

Einen Kommentar schreiben

Auch bei uns gilt die Nettiquette. Da alle Kommentare von einem Systemadministrator freigegeben werden müssen, kann es bei der Onlinestellung zu Verzögerungen kommen.

Kommentare protected by SpamBam