Hoffnung keimt auf
Es ist entschieden: Der neue Verteidigungsminister heißt Karl-Theodor zu Guttenberg.
Guttenberg war Wehrpflichtiger bei der traditionsreichen Truppe der Gebirgsjäger und ist Unteroffizier der Reserve. Anders als seine Vorgänger gehört er mit seinen jungen Jahren einer neuen Generation an. Aufgrund seiner privaten Verhältnisse scheint er sich im Gegensatz zu manch anderem Politiker zudem nicht durch ein rücksichtsloses Karrierestreben auszeichnen zu müssen.
Er vertritt eine Generation von Deutschen, die sich in nicht unerheblichem Maße selbst einmal als Soldat für eine kurze oder auch längere Zeit in einem Auslandseinsatz befanden. Er kann die Gedanken dieser Menschen mit all ihren Sorgen und Nöten darum mit Sicherheit besser nachvollziehen als seine sehr viel älteren Vorgänger. Wir alle sind gespannt, ob er den Afghanistaneinsatz als das bezeichnen wird, was er ist – nämlich als KRIEG. Auch warten wir gebannt darauf, ob er seine Angewohnheit, Klartext zu reden und unangenehme Dinge anzusprechen, in Sachen Verteidigungspolitik beibehält. Es wird sicher nicht ganz einfach, die Belange seiner Untergebenen gegenüber den machtorientierten Kollegen des Bundestages zu vertreten. Es wäre für alle wünschenswert, wenn er seine Ankündigung umsetzt, mehr Fachpersonal als Berater hinzuziehen. Dabei käme es darauf an, Personen aus allen Dienstgradgruppen auszuwählen, die einschlägige Erfahrungen in Afghanistan gemacht haben. Das wäre schon mal ein erster positiver Schritt in die richtige Richtung. Guttenberg würde es glaubwürdiger machen, und es würde ihm zudem Respekt von denjenigen eintragen, die tagtäglich ihr Leben für ihr Land riskieren.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die Tatsache, dass sich auch ein Generationswechsel an der Spitze der militärischen Führung anbahnt. Wir haben genug qualifizierte, gute Offiziere in den Führungsstäben, die jetzt zum Zuge kommen sollten. Wir hoffen, dass der neue Verteidigungsminister sich wirklich dabei durchsetzen kann, das Personal in den Führungsriegen zu verbessern. Wer auch immer in der Zukunft die Belange der Bundeswehr und ihrer Soldaten und Soldatinnen in die Hand nehmen wird, eins ist sicher: Die richtigen Entscheidungen treffen, das kann nur, wer die Sorgen, die Nöte, die Anstrengungen, die Entbehrungen und die Ängste geteilt hat, die die Soldaten und Soldatinnen in ihrem Auslandseinsatz tagtäglich empfinden. Man muss die Umstände und Verhältnisse kennen, unter denen die Einsätze durchgeführt werden. Nur dann kann man wissen, welche Mängel es gibt und wie sie zu beseitigen sind.
Darum ein Appell an den neuen Verteidigungsminister:
Ziehen Sie einen ausgewogenen Beraterstab auf Ihre Seite und versuchen Sie als Soldat zu denken und nicht nur als Politiker!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles soldatische Glück und verbleibe mit kameradschaftlichen Grüßen
Achim Wohlgethan
An alle in den Einsatzländern, passt auf Euch auf, allzeit Glück ab!
Achim
Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 29. Oktober 2009 um 12:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter Blog abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.
Eine Reaktion zu “Hoffnung keimt auf”
-
Von: Yvonne
Endlich! Der neue Verteidigungsminister spricht von Krieg. Zitat Karl-Theodor zu Guttenberg: “Ich verstehe jeden Soldaten, der sagt in Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausländischen Streitkräften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder getötet werde”. Lange mussten wir warten bis es einer ausspricht. Hoffen wir, dass er auch dementsprechend handelt.