Monatsarchiv für Januar, 2010

Wird 2010 das Jahr der Veränderung?25/01/10 von Econ

In und um Kundus gibt es immer noch täglich Terrorwarnungen. Unsere Soldatinnen und Soldaten müssen ständig mit Angriffen seitens der Taliban rechnen. Am 17. Januar 2010 fuhren einige der Kameraden an einen Checkpoint. Als ein Auto in hohem Tempo auf sie zufuhr, fürchteten sie, Ziel eines Anschlags zu werden. Daraufhin eröffneten sie, nach Einhaltung der Rules of Engagement, das Feuer. Auch wenn dabei bedauerlicherweise ein afghanischer Zivilist getötet wurde, die Soldaten müssen ihr Leben auf diese Weise verteidigen dürfen. Wir sind gespannt, zu welchem Ergebnis der Untersuchungsausschuss zu dem Tanklaster-Bombardement in Kundus vom 04. September 2009 kommen wird. Hiervon wird stark abhängen, wie sich die Soldaten zukünftig in solch gefährlichen Situationen verhalten werden. Ich hoffe, dass die Politik sie nicht im Stich lässt und ihnen bei Angriffen ein angemessenes Verhalten ermöglicht.

Die Amerikaner haben entschieden, in näherer Zukunft 2500 Soldaten in den von der deutschen Bundeswehr kontrollierten Großraum Kundus zu verlegen. Sie wollen die Deutschen bei ihrer Arbeit unterstützen ¬– man scheint uns nicht mehr viel zuzutrauen. Wie wird die Bundesregierung auf der am 28. Januar stattfindenden Afghanistan-Konferenz da wohl reagieren? Es wird über eine offensivere Beteiligung der Bundeswehr an den ISAF-Operationen gesprochen werden müssen. Ich bin allerdings nicht sicher, ob den Deutschen das bei der geringen Anzahl an Infanteristen und der nach wie vor nicht sinngerechten Ausrüstung möglich ist. Schon jetzt verlangt der Kommandeur des PRT-Kundus mehr Bodenstreitkräfte, um seine Aufträge durchzuführen. Auf der Konferenz wird darum sicherlich eine Aufstockung des deutschen Kontingentes zur Diskussion stehen.

Täglich erreichen uns Nachrichten von Soldatinnen und Soldaten aus dem Einsatzland. Sie fordern immer und immer wieder eine Verbesserung der Gesamtlage. Erst kürzlich sagte mir ein heimkehrender Soldat in einem persönlichen Gespräch, dass es nicht ausreicht, Provinzgouverneure mit einer hohen Geldsumme ruhig zu stellen, damit sie in ihrer Region dafür sorgen, dass die Anschläge auf deutsche Truppen unterlassen werden. Hoffen wir also, dass die Afghanistan-Konferenz endlich Antworten liefert.

An alle da draußen passt gut auf Euch auf, allzeit Glück ab!

Achim

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Buchempfehlung23/01/10 von Econ

Zunächst wünsche ich allen Soldatinnen, Soldaten, deren Angehörigen sowie allen Lesern ein frohes und hoffentlich friedliches Jahr 2010.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren ist unser erstes Buch „Endstation Kabul“ erschienen. Auch unsere Homepage ist seitdem online. In dieser Zeit ist viel passiert, und wir können mit Stolz behaupten, eine kleine „Lawine“ ins Rollen gebracht zu haben. Denn einige ehemalige Soldatinnen und Soldaten sind unserem Beispiel gefolgt und haben ebenfalls Bücher über den Afghanistaneinsatz veröffentlicht. Und genau das wollten wir erreichen. Wir wollten die Öffentlichkeit informieren und andere dazu ermutigen, von ihren eigenen Erfahrungen in Afghanistan zu erzählen.

Nächste Woche erscheint ein weiteres sehr gutes Buch zu dem Thema: „Unter Beschuss“ von Marc Lindemann. Er ist Nachrichtenoffizier und war zuletzt 2009 für die Bundeswehr in Kundus unterwegs. Er analysiert in einem sehr persönlichen und fachkundigen Bericht die menschlich und politisch schwierigen Verhältnisse am Hindukusch. Es versorgt die deutsche Öffentlichkeit mit aktuellen Informationen, entlarvt Fehler und Versäumnisse der deutschen Führung und verlangt von der Bundesregierung endlich eine klare Strategie zur Lösung des Kriegs. Ich kann Euch das Buch nur empfehlen!

An alle da draußen passt gut auf Euch auf, allzeit Glück ab!

Achim

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