Monatsarchiv für Dezember, 2009

Weihnachtsgrüße23/12/09 von Econ

Allen Soldatinnen, Soldaten sowie deren Angehörigen und sämtlichen Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

An alle da draußen, bleibt gesund an Körper und Geist.

Allzeit Glück ab.

Achim

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Verteidigung des Verteidigungsministers15/12/09 von Econ

“Sie müssen durchhalten”, sagte ich dem Verteidigungsminister im Gespräch bei Maybrit Illner am 10. Dezember 2009 in Berlin immer wieder. Während und nach meiner Dienstzeit bei der Bundeswehr habe ich viele Politiker, Minister und selbst den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder persönlich kennengelernt. Bei keinem hatte ich einen dermaßen positiven Eindruck wie bei unserem jetzigen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Dieser Mann setzt sich nach bestem Wissen und Gewissen für seine Soldatinnen und Soldaten ein. Deshalb ist es für mich völlig unverständlich, dass Politiker verschiedener Parteien versuchen, den Hoffnungsträger der Truppe zu diskreditieren oder gar zum Rücktritt zu bewegen. Wann verstehen die Damen und Herren der Politik endlich, dass man kompetente Personen nicht danach beurteilen sollte, welcher Partei sie angehören, sondern mit welchem Engagement sie eine Sache verfolgen.

Kameraden, Freunde und Mitstreiter haben uns zum Wohl der Truppe Informationen zu dem Zwischenfall am 4. September 2009 in Kundus zukommen lassen. Diese Informationen lagen nachweislich auch den Personen vor, die heute versuchen Herrn zu Guttenberg in Misskredit zu bringen. Jeder Mensch mit ein wenig militärischem Sach- und gesundem Menschenverstand kann diesen Angaben entnehmen, dass die Entscheidung, die Oberst Klein an diesem Tage getroffen hat, keiner der ihm vorliegenden Befugnisse zuwiderlief. Es lässt sich an ihnen sogar ablesen, dass selbst politische Vertreter der afghanischen Seite diesen Luftschlag befürwortet haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es unheimlich schwer ist, eine Entscheidung zu fällen, die Menschenleben kosten kann. Das macht man nicht aus einer Laune heraus, sondern um seine Kameraden zu schützen oder seinen Auftrag zu erfüllen. Bei Oberst Klein war es, so viel kann ich sagen, nicht anders.

Des Weiteren ergibt sich bei der Lektüre dieser Berichte eine Frage, die ich auch schon bei Maybrit Illner stellte: Warum steigen die Opferzahlen plötzlich an, nachdem die Bundesregierung eine Entschädigung in Millionenhöhe zusagte. Auch ist es sehr verwunderlich, dass deutschen Ermittlern ein nahezu klinisch reiner Ort des Geschehens vorgeführt wurde. Aber am fragwürdigsten ist doch die Tatsache, dass einige von denen, die damals die politische Verantwortung trugen, den jetzigen Verteidigungsminister als Sündenbock hinstellen. Und das obwohl dieser damals noch gar nicht im Amt war.

Wie jeder weiß, haben die Oppositionsparteien, bis auf eine Ausnahme, eine vernichtende Niederlage bei der letzten Bundestagswahl einstecken müssen. Nun sind sie scheinbar bestrebt, sich durch eine künstlich hervorgerufene „Affäre“ wieder zurückzumelden. Wann versteht man endlich, dass unsere Soldatinnen und Soldaten in erster Linie für ihr Land kämpfen und nicht für irgendeine Partei. Es ist ihnen völlig unverständlich, dass hier in der Heimat solche Diskussionen auf dem Rücken der Bundeswehr ausgetragen werden. Haltet ihnen endlich den Rücken frei!!!!

Einige Sätze noch an unseren Verteidigungsminister: Halten Sie durch, bleiben Sie, wie Sie sind, verfolgen Sie weiterhin Ihren Kurs. Denn für die Truppe sind Sie endlich der glaubwürdige und integre Repräsentant, den sie sich schon seit Jahren gewünscht hat.

Mit kameradschaftlichen Grüßen an alle da draußen, passt auf Euch auf.

Allzeit Glück ab.

Achim

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Achim im ZDF09/12/09 von Econ

Morgen Abend ist Achim ab 22:15 Uhr zu Gast bei Maybrit Illner im ZDF. In der Sendung werden unter anderem auch Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und der SPD-Politiker Egon Bahr sein. Thema ist: “Nobelpreis für Obama. Lasst uns mit seinem Krieg in Frieden?” Nicht verpassen!

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Dank an die Leser09/12/09 von Econ

Täglich werde ich gefragt, wie es denn nun nach dem zweiten Buch „Operation Kundus“ weitergeht. Dazu kann ich nur sagen: Es wird eine Fortsetzung geben, denn ich weiß, dass der interessierte Leser nach mehr verlangt. Und ich selber habe auch noch sehr viel zu berichten. Ich weiß auch, dass sehr viele diese Homepage nahezu täglich verfolgen. Das erfahre ich aus Telefonaten, SMS und sehr vielen Emails. Ich möchte euch hiermit meinen Dank ausdrücken dafür, dass ihr mir mit so vielen Informationen, Rat und Tat zur Seite steht. Selbst die vielen Zuschriften aus den Bundeswehruniversitäten, die ich in großer Anzahl erhalte, spornen mich weiter an, meinem Kurs treu zu bleiben. Die dort angehenden Offiziere wollen oft von mir wissen, wie sie denn in Zukunft ihre Untergebenen führen sollen oder wie sie reagieren sollen, wenn sie auf zum Teil verbohrte Vorgesetzte treffen. Das hier in mir gesetzte Vertrauen ehrt mich sehr. Ich war zwar nur Stabsunteroffizier, habe aber dennoch durch herausragende Vorgesetzte erfahren dürfen, was gute militärische Führung bedeutet. Darum kann ich auf diese Anfragen nur antworten: Es ist wichtig, sich immer treu zu bleiben, sich selbst ständig kritisch zu hinterfragen und von seinen Untergebenen nur das zu fordern, wozu man selbst bereit ist, es zu tun.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen da draußen nur das beste Soldatenglück, passt auf Euch auf, kommt heile an Körper und Geist zurück.

Allzeit Glück ab!

 Achim

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Update …07/12/09 von Econ

… ist das, was der neue Verteidigungsminister im Moment durchführt!

Drei Monate nach dem Angriff der Bundeswehr auf zwei entführte Tanklastzüge in Afghanistan wird im Verteidigungsministerium endlich aufgeräumt. Nachdem bereits einige hochrangige Mitarbeiter der Bundeswehr ihren Hut nehmen mussten, hat es nun auch den Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung erwischt. Seine falsche Informationspolitik und die Täuschung der Öffentlichkeit in seinem alten Amt hat ihn jetzt sein neues gekostet.

In der Vergangenheit bestand die Strategie der führenden Politiker ja weitgehend darin, jegliche Vorwürfe zu dementieren und Probleme auszusitzen. Das haben wir selbst als Reaktion auf unser erstes Buch „Endstation Kabul“ erfahren, was ihr auch auf dieser Homepage nachlesen könnt. Die ehemaligen Verantwortlichen (Staatssekretär Dr. Wichert, Generalinspekteur der Bundeswehr Schneiderhahn und der Ex-Verteidigungsminister Jung) begegneten der in unserem Buch geäußerten Kritik an den Zuständen des Bundeswehreinsatzes damals auf eben diese Weise. Da wurden wir diskreditiert, indem man uns mangelnden Durchblick und unzulässige Generalisierung vorwarf. Den Soldatinnen und Soldaten versuchte man sogar von der Lektüre unseres Buches durch eine Art Lesewarnung abzuhalten. Das beweist ein uns vorliegendes Telex, das in alle Bundeswehrstandorte Deutschlands gesendet wurde. Die auch von anderer Seite bestätigten Mängel wurden also mit allen Mitteln geleugnet und bagatellisiert. Verbessern konnte sich die Lage dadurch natürlich nicht. (Siehe hierzu den Homepageeintrag Januar 2008, Antwort auf das Verteidigungsministerium oder Februar 2008 Leseverbot in Kasernen). Bis in jüngster Zeit wurden die wahren Umstände der jeweiligen Einsatzszenarien in Afghanistan meist vertuscht.

Wie schon nach Erscheinen des ersten Buches müssen wir auch nach unserem zweiten Buch „Operation Kundus“ mit schweren Anfeindungen zurechtkommen. Dabei haben wir damals wie heute nichts anderes gemacht, als die Wahrheit zu berichten, zu erzählen, was in Afghanistan wirklich passiert. Und mittlerweile bestätigen unzählige Artikel und Beiträge von Journalisten und Experten in den Medien ja sogar unsere Sicht der Dinge. Dennoch sind die Reaktionen diesmal noch heftiger. Das mag daran liegen, dass wir Anfang 2008, als das erste Buch veröffentlicht wurde, noch weitgehend unbekannt waren. Heute werden wir dagegen von Politik und Öffentlichkeit als, auch unangenehmes, jedoch realistisches Sprachrohr der Soldatinnen und Soldaten wahrgenommen und anerkannt. Nahezu alle unsere Prognosen sind eingetreten, alle Aussagen zur Truppenstärke, Sorgen und Nöte der Soldatinnen und Soldaten, aber auch deren Angehörigen, die wir schon vor Jahren ansprachen, haben sich bewahrheitet. Von den Betroffenen erhalten wir nahezu einhundertprozentigen Zuspruch. Immer noch erreichen uns täglich aufmunternde und dankbare Leserbriefe.

Die ersten Amtshandlungen des neuen Verteidigungsministers zu Guttenberg weisen glücklicherweise in eine neue Richtung. Die ihm zugetragenen Missstände scheint er gnadenlos beseitigen zu wollen, und dennoch sind wir gespannt, wie er und seine politische Führung die nahe Zukunft bewältigen werden. Ich wünsche ihm das beste Soldatenglück für all seine Entscheidungen. Möge er anders als seine politischen Konkurrenten, sich und seiner Linie treu bleiben.

Allzeit Glück ab!

Achim

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