Monatsarchiv für Februar, 2009
Wieder zurück10/02/09 von Econ
Viel ist in den letzten Wochen, ja sogar Monaten passiert. Wir haben das Manuskript für das zweite Buch beim Verlag abgegeben und haben noch einiges Unveröffentlichtes für die im Juli erscheinende Taschenbuchausgabe von Endstation Kabul geschrieben.
Im Moment ist in den Medien eine große Diskussion zum Thema „Traumatisierte Soldaten“ zu verfolgen. In der ARD lief letzte Woche mit „Willkommen zu Hause“ ein Spielfilm über genau dieses Thema, das sehr gut dargestellt wurde. Also ein Aufruf an die Medien: “Mehr davon und weiter so”!
Inzwischen habe ich (Achim) auch mit einem kleinen Personenkreis von Bundestagsabgeordneten einen konstruktiven Austausch. Ich habe in sehr guten Gesprächen erfahren, dass es gute Ideen für die Truppe gibt, die aber im Endeffekt durch die oberste Militärische Führung nicht beachtet oder für notwendig betrachtet wurden. Leider wird auch das wieder auf dem Rücken unserer Soldatinnen und Soldaten ausgetragen. Es geht bei der Ausrüstung und dem notwendigen Material für den Afghanistan-Einsatz teilweise nicht darum, ob diese Dinge verfügbar sind oder nicht – sondern allein darum, ob deren Benutzung in die offizielle politische Darstellung der Lage passt oder nicht. Mehr kann ich an dieser Stelle leider nicht sagen, weil ich auch meinen politischen Gesprächspartnern Vertraulichkeit zugesichert habe.
Nicht aufhören kann ich jedoch mit meinen Appell an alle in den Führungsebenen: “Es ist Krieg in Afghanistan!“ Gebt den Soldatinnen und Soldaten, was sie brauchen.
Wir haben auch neue Berichte von unseren Kameraden aus dem Einsatzland erhalten, die uns noch immer sehr wütend und fassungslos machen. Wir sammeln diese Informationen und werden diese in absehbarer Zeit weiterreichen. Natürlich auch hier wieder absoluter Quellenschutz. Es ist traurig, dass sich unsere Kameraden noch immer nicht öffentlich äußern können, da sie nach wie vor Angst davor haben, Nachteile zu erleiden. Wir sind gerne weiter das Sprachrohr für alle, die die Missstände loswerden wollen und Unterstützung brauchen.
An alle Kritiker an unserer Person und gegenüber dem, was wir schreiben und vortragen: Ihr habt das irgendwie noch nicht so richtig verstanden. Es geht uns nicht um Ruhm und Ehre oder das große Geld (mit dem Schreiben von Büchern werden wir zwei übrigens bestimmt nicht reich). Sondern wir kämpfen hier und an so mancher bürokratischen Front dafür, dass es den Soldatinnen und Soldaten, den Angehörigen und Hinterbliebenen besser geht. Es gibt auch eine sehr hohe Dunkelziffer an traumatisierten Kameraden. Auch für die kämpfen wir. Ist das so schwer zu verstehen?
In diesem Sinne ein Aufruf an alle Kameraden: Gebt uns weiter Informationen und wir werden weiterhin das Sprachrohr sein.
Achim und Dirk