Monatsarchiv für Januar, 2008
Antwort auf das Verteidigungsministerium31/01/08 von Econ
Von Dirk Schulze
Die offizielle Stellungnahme des Staatssekretärs im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) Dr. Peter Wichert (hier geht’s zum Original-Text: http://blog.focus.de/wiegold/?p=307) zu „Endstation Kabul“ ist erwartbar ausgefallen: Viele Worte, wenig Inhalt – reine Beschwichtigungsprosa also. Ich kann hier nicht zu allen vermeintlichen Kritikpunkten Stellung nehmen, sondern greife die wichtigsten heraus.
Stichwort „niedriger Rang = wenig Durchblick”“
Davon abgesehen ist die Ausbildung der Bundeswehr so ausgelegt, dass jeder militärische Führer die Aufgaben/Aufträge der nächsthöheren Führungsebene mit übernehmen kann. Dies fordert einen selbstständigen und mitdenkenden Soldaten auf allen Führungsebenen, einen „Staatsbürger in Uniform”. Wenn diese Fähigkeit hier nun in Abrede gestellt wird, sollte das BMVg seine Ausbildungsvorgaben überprüfen.
Stichwort „unzulässige Generalisierung von Einzelfällen“
Einzelne, subjektive Begebenheiten lassen sich sehr wohl als grundsätzliches Problem der Bundeswehr darstellen. Gerade zum Thema mangelhafte Ausrüstung und Sicherheitsvorkehrungen bekommen wir jeden Tag Mails von ehemaligen und aktiven Soldaten, die diese „persönliche Erfahrung“ bestätigen. Von Einzelfällen kann also keine Rede sein, wie auch eine Befragung des Deutschen Bundeswehrverbandes ergab.
Dass die Bundeswehr nicht nur in dieser Hinsicht ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat, zeigt auch der interne, sehr kritische Bericht der sieben Bundeswehr-Generäle (http://www.zeit.de/2008/04/Bundeswehr).
Stichwort „verantwortungsvoller Umgang mit der Sicherheitslage“
Wenn man so mit Kritik umgeht, wird sich leider nichts zum Guten ändern, befürchten wir.
Wasser auf unsere Mühlen16/01/08 von Econ
Interessante Neuigkeiten: Einem internen Gutachten des Verteidigungsministeriums zufolge leiden die Auslandseinsätze der Bundeswehr unter unsachgemäßer Führung – wodurch die Soldaten in Lebensgefahr gebracht werden, schreibt die Süddeutsche.
Auf dem 55-Seiten-Papier des Ministeriums gehe es um mangelnde kohärente Führung, fehlende strategische Planung, teilweise bizarre Bürokratie und die kleinkarierte Kontrollwut des Verteidigungsministeriums. Wir kennen den Bericht nicht, glauben aber jedes Wort. Damit nicht nur interne Gremien, sondern auch die breite Öffentlichkeit von dem Wahnsinn der Auslandseinsätze erfährt, haben wir ja unser Buch geschrieben – nicht im Gutachter-Deutsch, sondern leserfreundlich aufbereitet und aus dem prallen Leben.
http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/167/152778/
Achim Wohlgethan & Dirk Schulze
Zu Gast bei Kerner15/01/08 von Econ
Fernseh-Interviews habe ich inzwischen jede Menge gegeben, aber morgen kommt ein ganz Besonders: Am Mittwoch, den 16.1. um 23.25 Uhr bin ich zu Gast bei „Johannes B. Kerner“, um mit ihm über meine Erfahrungen in Afghanistan zu reden. Und was mich ganz besonders freut: Peter Scholl-Latour, der große Reporter, Welterklärer und Afghanistan-Veteran, wird dabei an meiner Seite sitzen. Viel Spaß beim Zuschauen – und beteiligt euch alle rege an unserem Chat nächsten Sonntag!
Leserfeedback15/01/08 von Econ
Nun ist unser Buch seid gerade mal fünf Tagen im Handel, und wir haben schon massig positives Feedback bekommen. Bei uns haben sich jede Menge Leser gemeldet und uns für unser Buch auf die Schultern geklopft. Wir bekommen Mails von Soldaten, und zwar durch alle Dienstgrade. Sogar hohe Offiziere haben uns für das Buch gelobt! Es melden sich sogar Soldaten, die gerade ihren Dienst in Masar-i Sharif, Faizabad oder Kabul tun und über das Internet von unserem Buch gehört haben. Sie bestätigen viele Missstände und sprechen uns Mut zu, sie weiter klar zu benennen. Auch Angehörige von Bundeswehrsoldaten bedanken sich, dass sie durch unser Buch mehr von der schwierigen Arbeit ihrer Lieben in Afghanistan erfahren; vor allem die Mail einer Frau, deren Verlobter in Masar-i Sharif ist und bald zurückkommt, hat uns sehr beeindruckt. Der Tenor in den Zuschriften ist immer gleich: „Super, dass endlich mal jemand den Mund aufmacht und sagt, wie es wirklich dort ist. Haltet unbedingt durch!“ Dieser Zuspruch hilft uns sehr! Ein großes Danke für diese vielen tollen Ermutigungen aus der Truppe und von allen anderen Lesern, die sich fast durch die Bank für eine fesselnde und aufschlussreiche Lektüre bedanken. Wir werden uns bei allen melden, sobald der Presserummel etwas abgeklungen ist.
Achim Wohlgethan & Dirk Schulze
Eindrücke von der Pressekonferenz11/01/08 von Econ
Gestern um 11 Uhr war im Haus der Bundespresskonferenz in Berlin die Pressekonferenz zur Veröffentlichung unseres Buches. An die achtzig Journalisten von Print-, Fernseh- und Hörfunkmedien richteten ihre Aufmerksamkeit, Kameras und Mikrofone auf uns, den Autor Achim Wohlgethan und den Koautor Dirk Schulze. Durch die Vorabmeldung und den Vorabdruck des STERN war die Erwartungshaltung bei den Journalisten und unsere Anspannung entsprechend groß.
Endstation Kabul – ein Insiderbericht10/01/08 von Econ
Website zum Erfahrungsbericht des deutschen Soldaten Achim Wohlgethan
Ein Blick hinter die Kulissen des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr10/01/08 von Econ
Wie fühlt es sich an, als deutscher Soldat in den Straßen von Kabul zu patrouillieren? Wie reagiert man, wenn plötzlich ein Kind mit einer Waffe vor einem steht? Und wie geht man als Soldat mit der ständigen Bedrohung um?
Der deutsche Fallschirmjäger Achim Wohlgethan erzählt in seinem Buch, was er bei seinem Einsatz für die Bundeswehr in Kabul erlebt hat.